Digitale Medienproduktion
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Das Sachlexikon des Buches / Reclam Verlag (ISBN 9783150105429) von Ursula Rautenberg definiert Digitale Medienproduktion wie folgt:
- Die grundsätzliche Aufgabe der D. besteht darin, Inhalte in digitale Daten (Digital) umzuwandeln und für die Produktion eines Druckmediums oder eines digitalen Mediums aufzubereiten.
- Abbildungen werden mittels eines Scanners erfasst oder als vorhandene Daten übernommen und eventuell in ein anderes Dateiformat umgewandelt (Datenkonvertierung). Danach werden die Bilddaten aufbereitet. Dies umfasst die zentralen Bereiche der Retusche, der Farbseparation und der Rasterung (Raster).
- Das Manuskript oder Typoskript wird als Textdatei oder mittels Scanner erfasst und in eine Textdatei umgewandelt (Automatische Texterfassung, Optical Character Recognition-Technik). Für ein Druckprodukt werden dann die einzelnen Seitenelemente in einem Layoutprogramm zu Druckseiten zusammengefügt.
- Um ein Bild möglichst einfach reproduzieren zu können, werden alle Farbtöne im Druck durch Anteile von Cyan, Magenta und Yellow beschrieben (Subtraktive Farbmischung). Dabei werden die Farbanteile einer Bildstelle durch verschieden große Rasterpunkte auf dem Papier dargestellt. Für das Auge ergibt sich beim Betrachten jeder Bildstelle die Mischfarbe, die der Vorlage entspricht. Da die herstellbaren Farben die idealen Anforderungen nicht erfüllen, kommt als vierte Farbe Schwarz dazu, um den Kontrast zu steigern (sog. key colour). Das übliche Druckverfahren des Offsetdrucks kann Druckfarbe nur als Vollton drucken. Zwischentöne müssen durch entsprechende Rastertonwerte simuliert werden, bei Rasterweiten ab 120 Lines per inch kann das Auge dies nicht mehr auflösen und nimmt einen homogenen Farbeindruck wahr. Bei der Rasterung eines Bildes im Raster Image Processor werden die Tonwerte des Bildes (möglich sind hier Werte von 0 bis 255) Pixel für Pixel in verschieden große Rasterpunkte umgerechnet. Die nun vorliegenden Daten werden zur Bebilderung einer Druckform verwendet. Für ein digitales Medium wie die Compact-Disc oder eine Webpage werden die einzelnen Dateien mit entsprechenden Programmen zu einem Bildschirmlayout zusammengefügt, hier spielt die Verbindung der einzelnen Seiten über Hyperlinks eine große Rolle.
- Die heute übliche D. unterscheidet sich grundsätzlich von der Arbeitsweise vor der Verbreitung von Computern. Früher war ein komplettes Manuskript mit allen Reproduktionsvorlagen vor Beginn der technischen Produktion notwendig, allein um die Produktion kalkulieren und planen zu können. Heute kann durchaus mit groben Absprachen schon produziert werden; zu einem späteren Zeitpunkt können Umbruch und teilweise auch Abbildungen modifiziert werden. Liegt eine Abbildung in einer hohen Auflösung vor, kann im Layout die Größe verändert werden, ohne dass die Bildqualität sichtbar leidet. Bei feststehendem Umfang kann ein Text durch Veränderungen von Schriftgröße, Zeilenabstand oder auch der Schrift selbst problemlos auf den gewünschten Umfang angepasst werden. Durch die optische Kontrolle des Layouts am Monitor lassen sich die Auswirkungen einer gestalterischen Entscheidung genau kontrollieren, auch Varianten lassen sich schnell erzeugen. Die D. ist dadurch einfacher und flexibler geworden.
- Eine andere wesentliche Änderung ist die Möglichkeit der Datenübernahme (Datenkonvertierung), dabei werden z. B. von Autoren oder Grafikern gelieferte Daten aufbereitet. Text- oder Bilddaten können auch aus anderen Aufträgen oder aus einer Datenbank übernommen und angepasst werden. Eine wichtige Rolle in der Produktion von Druckmedien spielt der Ausdruck der Daten auf Papier (Proof). Durch die üblichen technischen Verfahren wie der Tintenstrahldruck oder Elektrostatische Druckverfahren sind dabei nur Annäherungen an das spätere Druckergebnis möglich (Digitalproof), aber der Proof ist trotz aller Probleme sehr wichtig, da die digitale Reproduktion kaum visuell oder messtechnisch zu erfassende Zwischenprodukte erzeugt.
- Literatur
- Belling, Carsten: 4c-DTP, Basiswissen für die digitale Druckvorstufe mit DTP, 2. Auflage, Itzehoe, 2001;
- Kraus, Helmut: Scans, Prints & Proofs; Bessere Ergebnisse beim Scannen und Drucken, Bonn, 2001
- Nyman, Matthias: Vier Farben - ein Bild; Grundwissen für die Farbbildbearbeitung mit Photoshop und QuarkXPress. Nachdr. der 3., akt. erg. Auflage in veränderter Ausgabe; Berlin/ Heidelberg / New York; 2001

