Electronic Data Interchange Detail
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Definition
EDI, Electronic Data Interchange (elektronischer Datenaustausch) zielt auf die elektronische Abwicklung des zwischenbetrieblichen Geschäftsverkehrs ohne manuelle Eingriffe wie Datenerfassung, Datenveränderung und ähnliches. Einmal erfasste kaufmännische oder technische Daten werden nach standardisierten Formaten strukturiert und zwischen den Anwendungssystemen verschiedener Unternehmen mit der Möglichkeit der bruchlosen Weiterverarbeitung ausgetauscht.
Voraussetzungen sind Standards auf der Nachrichten- und Übertragungsebene sowie meist bilaterale Vereinbarungen über die auszutauschenden Nachrichtentypen, Transportmedien und rechtliche bzw. sicherheitstechnische Vereinbarungen.
Typische Übertragungsverfahren
- Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, beispielsweise in Form von Standleitungen zwischen den betreffenden Unternehmen
- Die Einschaltung von Mehrwertdiensten, die die Konvertierung der ausgehenden Daten in ein standardisiertes Format, die Übertragung dieser Daten sowie die Konvertierung der eingehenden Daten in das Anwendungssystem des Empfängers übernehmen
- Das Internet, das eine interessante und erfolgsversprechende Alternative für die Übertragung von EDI-Daten darstellt, gegenwärtig auf Grund von Internet-immanenten Sicherheitsproblemen jedoch noch eine eher geringe Rolle spielt.
Standards auf Nachrichtenebene
- Als Standards auf der Nachrichtenebene lassen sich
- branchenspezifische und
- branchenübergreifende Standards unterscheiden.
- Ein Beispiel für einen branchenspezifischen Standard ist der VDA-Standard, der in der Automobilindustrie schon seit 1978 mit großem Erfolg eingesetzt wurde.
- Ein Beispiel für einen branchenübergreifend einsetzbaren Standard ist EDIFACT (= EDI for Administration, Commerce and Transport). Mit ihm wird die fast schon utopisch anmutende Zielsetzung verfolgt, sämtliche Branchenspezifika und Nachrichtentypen, die es v.a. im kaufmännischen Bereich gibt, abzudecken.
Branchenspezifische Subsets
Die enorme Komplexität von EDIFACT führte zur Herausbildung branchenspezifischer Subsets wie z. B.
- ODETTE für die Automobilindustrie oder
- CEFIC für die Chemieindustrie, die jeweils nur den für die Branche jeweils relevanten Teil von EDIFACT übernehmen.
Innerhalb der Branche funktioniert EDI dann zwar weitgehend unproblematisch, ein effizienter Datenaustausch zwischen Unternehmen unterschiedlicher Branchen lässt sich jedoch kaum realisieren. Kein Wunder, dass insbesondere Institutionen, die mit unterschiedlichen Branchen kommunizieren wie die Transport- und die Finanzbranche die Entwicklung von EDIFACT fördern und auch an anderen Stellen wiederholt der Ruf laut wird, auf EDIFACT umzusteigen.
Komplexes Regelwerk treibt Einführungsaufwand
Die Komplexität dieses umfassenden Regelwerkes ist jedoch mittlerweile nicht geringer geworden und führt zu einem erheblichen Aufwand bei der Einführung und Nutzung von EDIFACT. Dies ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass v.a. viele kleine und mittlere Unternehmen den Schritt in die EDI-Welt noch nicht gewagt haben. Das Ziel eines offenen Standards, mit dessen Hilfe flexibel Daten weltweit mit unterschiedlichen Firmen ausgetauscht werden können, ist mit EDIFACT sicherlich noch nicht realisiert, so dass nicht damit zu rechnen ist, dass sich EDIFACT mittel- bis langfristig durchsetzen wird.
Eine interessante Alternative zu EDIFACT stellt gegenwärtig der Internet-Standard XML (eXtensible Markup Language) dar, der gegenüber EDIFACT erhebliche Vorteile hat. Hierzu zählen
- die einfachere Handhabbarkeit,
- die einfachere Darstellung, sowie
- die beliebige Erweiterbarkeit.
XML ist flexibel, prozessunabhängig, kostengünstig und vor allem mit der Internet-Technologie optimal integrierbar, so dass eine Vielzahl von potenziellen Anwendern mit XML EDI-Fähigkeit erreichen könnten.
Fazit
Die Potenziale von EDI sind immens, insbesondere vor dem Hintergrund von E-Business und E-Commerce. Fehlende offene Standards auf der Nachrichtenebene, Probleme auf der Übertragungsebene sowie aufwendige Einführungs- und Vertragsprozeduren führen zu einer vergleichsweise geringen Ausbreitung von EDI insbesondere im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen.
Eine Lösung hierfür kann die Internet-Technologie darstellen, einerseits durch den Einsatz von Internet als Infrastruktur auf der Übertragungsebene, andererseits durch den Einsatz des Internet-Standards XML auf der Nachrichtenebene, der auch klassische EDIFACT-Nachrichten integrieren kann.
Gelingt es, EDI unter Nutzung dieser durch das Internet gegebenen Potenziale einzuführen, lassen sich möglicherweise diejenigen Rationalisierungseffekte und strategischen Vorteile realisieren, die schon seit langer Zeit im Zusammenhang mit EDI thematisiert und versprochen werden.
Autor: Rahild Neuburger

