Fazit-Studie Zukunft IKT

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FAZIT Delphi-Studie von 2009

Die Studie untersucht,

  • wann 35 zukünftige Informations- und Kommunikationstechniken Realität sein könnten bzw. ob diese überhaupt realisiert sein werden, sowie
  • welche Auswirkungen dadurch zu erwarten sind und
  • welche Hemmnisse einer Realisierung im Weg stehen könnten.

Dazu wurden ausgewählten Experten Aussagen in Form von Zukunftsthesen zur Bewertung vorgelegt.


Die Kernergebnisse der Delphi-Studie nach Themenfeldern

  • ICT VISIONS:
    • Im „Internet der Dinge“ sind Alltagsgegenstände über das Internet lokalisierbar und steuerbar
    • Es gibt ein „Evernet“, in dem intelligente Endgeräte eigenständig interagieren
    • Einweg- oder Wegwerfelektronik ist auf dem Markt
    • Datenbrillen oder Retina-Displays sowie leichte Datenhandschuhe sind verbreitet und werden zu Modeaccessoires
    • Flexible Displays ersetzen zur Hälfte die heutigen Anwendungen von Papier
  • INTERNET HYPE:
    • Es gibt einen neuen IT-Boom, ausgelöst durch die starke Nachfrage nach IKT-Anwendungen in den Branchen Gesundheit, Wellness, Tourismus
    • 80 Prozent der Inhalte des Internets werden als nutzergenerierter Content, als Plattformen für Communities und als Online-Foren bereitgestellt
  • SOFTWARE DEVELOPMENT:
    • Verteilte Prozesse und neue Entwicklungsmethoden kommen zum Einsatz, so dass Software doppelt so schnell entwickelt wird
    • Für Standardaufgaben eingesetzte Software wird überwiegend von lokal agierenden Softwarefirmen produziert
    • Software-Programme für in Deutschland entwickelte Hardware werden überwiegend in den BRIC-Staaten geschrieben
    • Die alltägliche Bedeutung von Open Source Software übersteigt die Bedeutung kommerzieller Software
  • MICRO COMPUTING:
    • Die Mikroelektronik nutzt völlig neue Verfahren und physikalische Prinzipien zur Realisierung von Speichern und Prozessoren
    • Die Miniaturisierung von siliziumbasierten Speichern und Prozessoren ist bis an die Grenze des physikalisch Möglichen fortgeschritten
    • Quantencomputer sind Wirklichkeit und in Spezialgebieten eingesetzt
  • RISING TECHNOLOGIES:
    • Spracherkennungssoftware ist in der Lage, die überwiegende Zahl der Nutzer ohne Training zu erkennen
    • Software wird hauptsächlich für Simulationen entwickelt
    • Über die Hälfte der kleinen und mittelständischen Unternehmen nutzt semantische Techniken
    • 3D-Internet-Anwendungen werden genutzt, um z.B. Spielfilme auf beliebige Oberflächen zu projizieren
  • EMBEDDED SYSTEMS:
    • Die wirtschaftliche Bedeutung von Embedded Systems überragt die herkömmlicher PC-Systeme
    • Der Input für Embedded Systems erfolgt über elektronische, optische, akustische oder chemische Sensoren
    • Die meiste Software wird für Embedded Systems geschrieben
  • NEW MEDIA:
    • Die On-Demand-Nutzung von Hörfunk und Fernsehen überwiegt die Nutzung von Broadcast-Sendungen
    • Kleine Sender haben in der öffentlichen Meinungsbildung eine größere Bedeutung als große Hörfunk- und Fernsehanbieter
    • Aus Verlagen und Print-Redaktionen sind digitale Medienhäuser geworden
  • STANDARDS:
    • Ad hoc-Vernetzung ist weit verbreitet
    • Ein „Seamless Network“ ist etabliert, bei dem es keine Inkompatibilitäten gibt
    • Die Industrie hat sich auf Standards für Schnittstellen in Kommunikations-, Unterhaltungs- und IT-Anwendungen geeinigt
    • Die Konvergenz von Geräten und Diensten ist gewährleistet
  • ENERGY:
    • Mit dem Einsatz hocheffizienter und sicherer Energiespeicher sind die Probleme mit der Stromversorgung mobiler IKT-Geräte gelöst
    • Für Sensoren, RFID-Chips und wenig Strom benötigende Endgeräte wird eine Vielzahl alternativer Energiequellen genutzt
  • DIGITAL LIFESTYLE:
    • Jeder Mensch ist von einer „digitalen Aura“ umgeben
    • Vom Nutzer festgelegte Interessenprofile und Software-Agenten bestimmen den individualisierten Medienkonsum
  • TRANSFER RATES:
    • Über die letzte Meile im Festnetz werden im täglichen Einsatz Übertragungsraten von mehr als 1 Gbit/s erreicht
    • Drahtlose portable Übertragungstechnologien erreichen 1 Gbit/s bei stationärer Nutzung
    • Mobile drahtlose Übertragungstechnologien erreichen 1 Gbit/s bei der Nutzung in Bewegung


Abruf der Studie

Den kompletten Forschungsbericht "Delphi-Report: Zukünftige Informations- und Kommunikationstechniken" des Fraunhofer ISI finden Sie hier: Media: Fazit Forschung Zukunft IKT.pdf

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