Geschäftsprozess
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Seit den 1980er Jahren beschäftigen sich Organisationstheorie und Betriebswirtschaft vermehrt mit der Prozessorganisation. Die dabei entstandenen vielfältigen Definitionen von `Geschäftsprozess´ werden von Staud (Geschäftsprozessanlayse; 2. erw. Auflage, Springer Verlag, Berlin 2001) ausgewertet und zusammengefasst. Nach ihm bildet ein Geschäftsprozess eine Folge zusammenhängender und abgeschlossener Tätigkeiten, „... die zur Erfüllung einer betrieblichen Aufgabe notwendig sind. Die Tätigkeiten werden von Aufgabenträgern in organisatorischen Einheiten unter Nutzung der benötigten Produktionsfaktoren geleistet. Unterstützt wird die Abwicklung der Ge-schäftsprozesse durch das computergestützte Informationssystem des Unternehmens.“
Als weitere Merkmale von Geschäftsprozessen weist er aus:
- Sie haben meist mehrere Ziele, die sich aus dem Unternehmensziel ableiten lassen.
- Jeder Prozess weist einen Start- und einen Endpunkt auf.
- Er hat festgelegte Input- und Output-Informationen.
- Der Geschäftsprozess hat eine Leistung zum Ergebnis, für Kunden z.B. die Erzeugung eines Produkts (Output-Objekt).
- Unterstützt wird die Abwicklung der Geschäftsprozesse durch das computergestützte Informationssystem des Unternehmens.
- Der Prozess liegt oft quer zur klassischen Aufbauorganisation, d.h. er tangiert u. U. mehrere Abteilungen
- Die Gesamtaufgabe eines Prozesses kann in Teilaufgaben zerlegt werden.
Für die Geschäftsprozess-Modellierung nach UML ist ein Geschäftsprozess
- die Zusammenfassung einer Menge (von) Geschäfts-Anwendungsfällen (siehe Geschäfts-Anwendungsfall) und
- die Zusammenfassung von organisatorisch und evtl. verteilten, fachlich jedoch zusammenhängenden Aktivitäten, die notwendig sind, um einen Geschäftsvorfall (z.B. einen konkreten Auftrag) ergebnisorientiert zu bearbeiten.

