Internet-Auftritt
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Definition
Ein wesentlicher Faktor für die Qualität und Wirkung eines Internet-Auftritts besteht darin, dass er nutzerbestimmt konzipiert ist und dem Adressaten erkennbare Vorteile bietet.
Detail
Dabei muss der Aufbau von Web-Seiten für den Internet-Auftritt nach ergonomischen und psychologischen Regeln erfolgen. Der Bensheimer Kommunikationexperte Thomas Wirth spricht hier bspw. von der Erzeugung einer Flow-Wirkung: Flow ist ein Bewusstseinszustand, der entsteht, wenn jemand so in eine Tätigkeit vertieft ist, dass er alles um sich herum vergisst. Sie entsteht beim Surfen im Web, wenn Design und Inhalte diese Kurzweiligkeit vermitteln. Beim Internet-Auftritt wird diese Flow-Wirkung erreicht, wenn er nur für den Nutzer und vollkommen aus der Sicht des Nutzers entwickelt wird.
Diese Flow-Wirkung muss bereits bei der Startseite einer Webpräsenz beginnen. Sie soll Besucher in eine gewisse Grundspannung und in eine Erwartungshaltung bringen. So genannte Splash-Seiten oder Intro-Seiten, auf denen nur eine Animation oder das Firmenlogo zu sehen ist, animieren somit nicht zum Stöbern: Vielmehr sollte eine Startseite Versprechungen beinhalten und damit deutlich machen, dass sich der Verbleib lohnt. Im Gegensatz zu den Printmedien ist es auch wichtig, Texte in Dialogform zu verfassen. Sie müssen schnell zur Sache kommen.
Regeln der Konzeption des Internet-Auftritts
Generell steht und fällt ein Internet-Auftritt mit der schlüssigen Konzeption. Die 14 Regeln:
- Wie konventionelle Marketingstrategien erfordert auch Internet-Marketing eine klare strategische Grundausrichtung. Da das Internet ein hochdynamisches Umfeld mit ständigen Veränderungen unterschiedlichster Art ist, muss das Marketingkonzept ständig überprüft und an die aktuellen Umfeldentwicklungen angepasst werden. Ein Beispiel für solch eine Strategieformulierung ist:
- "Wir wollen mit unserer Webseite die besten und umfangreichesten Inhalte zum Thema X bieten. Dadurch werden wir zur besten Internet-Infoquelle im Markt Y."
- "Wir stellen die am leichtesten zu bedienende, aber gleichzeitig umfassendste Datenbank (Datenbank) zum Thema X ins Netz. Dadurch werden wir sehr hohe Zugriffszahlen generieren und werden zum erfolgreichsten Anbieter einer Datenbank im Markt Y."
- "Wir beabsichtigen, das meistbesuchte Diskussionsforum (Forum) zum Thema X zu etablieren. Dadurch können wir für unser Tochterunternehmen die aktuelle Diskussion verfolgen und erhalten mit der Auswahl der kenntnisreichesten und aktivsten Forumsteilnahmer zugleich eine Quelle für potenzielle Personalrekrutierungen im (Arbeits-) Markt für Y."
- Eine auf solche Weise bewusst gemachte Grundstrategie
- hilft den Verantwortlichen des Internet-Vorhabens bei der täglichen Arbeit, da die einzelnen Schritte zur Erreichung des angestrebten Zieles nun klar vor Augen stehen.
- Auch für die Website-Promotion, die Marketing-Kommunikation wird eine Grundlage geschaffen. Die konkreten Vorteile und der Nutzwert, den die Site den potenziellen Kunden bieten soll, können so konkret benannt und kommuniziert werden, ohne dass Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen.
- Der Erfolg eines Internet-Auftritts hängt nicht davon ab, das technisch Mögliche umzusetzen,sondern von einem schlüssigen Gesamtkonzept, hochwertigen Inhalten und dem aus Sicht der Zielgruppe geboten Nutzen.
- Das Verwirklichen einer erfolgreichen Internet-Präsenz erfordert umfassendes Fachwissen.
- Es sollte auch nicht eine Einzelperson damit vertraut werden, sondern ein Projektteam, dessen Mitglieder unterschiedliche Kenntnisse und Hintergründe aufweisen. Ein Projektteam sollte daher aus Experten folgender Fachbereiche bestehen: Marketing, Webdesigner, Textgestaltung und Techniker.
- Diese pluralistische Zusammensetzung bringt aber auch Konfliktpotenziale mit sich. Typisch sind hier Konflikte zwischen technik- und marketingorientierten Teammitgliedern, denn sie sehen die Problemstellungen aus verschiedenen Blickwinkeln. Internet-Experten tendieren eher zu grafischen Experimenten. Beide Extreme gehen jedoch an den Bedürfnissen des Kunden vorbei. Die Lösung ist der Einsatz eines Projektleiters, der die sich in unterschiedlichen Bereichen befindenden Kompetenzen so zusammenführen kann, dass sich Synergiewirkungen ergeben.
- Internet-Auftritte verändern zwar die Marketing-Methodik. Doch haben auch im Internet die Grundprinzipien des ->Marketings ihre Berechtigung. So sollte auch die Formulierung der Informationsinhalte kompetenten Dienstleistern übergeben werden und nicht den Multimediaagenturen überlassen bleiben.
- Kennzeichnend für den Internet-Auftritt ist, mit den Nutzern in den Dialog treten zu können. Hierzu eignen sich Experten-Chats (Chat) und Diskussionsforen (Forum).
- Auch auf die emotionale Wirkung von Internet-Seiten kommt es an. Mit dem passenden Design, der Farbzusammenstellung und dem Layout lässt sich beim Nutzer das Gefühl vermitteln, die Webseite spreche nur ihn an.
- Die meisten Techniken wie Java-Applets, Flash und Plug-Ins auf einer Website lenken den Betrachter ab und erschweren ihm die Möglichkeit, sich zu informieren. Die Faustregel ist, dass eine WWW-Präsenz für Nutzer mit Minimalausstattungen und mit Minimalkenntnissen problemlos empfangen werden kann. Techniken sollten nur dann eingesetzt werden, wenn sie für den Nutzer mit einem konkreten Vorteil verbunden sind.
- Die Informationsvermittlung ist eine Hauptanwendung des Internets. Deshalb wird eine Internet-Adresse dann intensiv weiterempfohlen, wenn sie
- aktuelle Informationen
- mit für die Wunschzielgruppe hohen Nutzeninhalten
- zeitnah und
- kostenlos bereitstellt.
- Auch im Bereich E-Mail zeigt der Internet-Auftritt seine Eigenheit. Der Online-Nutzer will seine Informationen schnell haben und auf seine E-Mail-Frage erwartet er ebenfalls eine schnelle Antwort. Deshalb wird das Antwortverhalten auf E-Mails als eines der wichtigsten Gütekritikerien eines Online-Anbieters bewertet. Internet-Kunden geben sich untereinander die Empfehlung, erst dann bei einem Anbieter zu bestellen, wenn dieser seine Professionalität unter Beweis gestellt hat, indem er eine E-Mail-Anfrage postwendend beantwortet.
- Dem Nutzer gegenüber müssen alle Hürden abgebaut werden. Dies betrifft neben technischen Hürden das Abfragen von Personendaten, ohne dass der Kunde hieraus einen Nutzen erkennt. Nutzungshürden sind aber auch handwerkliche Fehler bei der Seitengestaltung sowie schlechte Site-Navigationen (s. a. Usability).
- Bei Internet-Auftritten soll die Sprache der Zielgruppe gesprochen werden und Begriffe verwendet werden, die von ihr verstanden werden. Sinnvoll ist es, für jeden Sprach- und Kulturraum einen eigenständigen Web-Auftritt zu gestalten und bspw. sogar die französisch sprechenden Länder Frankreich, Belgien und die Schweiz voneinander zu trennen.
- Eine Frage des Unternehmensimages, der Corporate Indentity ist der Internet-Auftritt unter eigenem Domain-Namen. Mittlerweile sind einige Suchmaschinen dazu übergegangen, Seiten, die von kostenlosen Diensten gehostet werden, nicht oder nicht mit der gleichen Relevanz zu indexieren. Das heißt, sie nehmen nur Seiten auf, die unter einer eigenen Domain liegen.
- Ein weiteres Zeichen für die Professionalität einer Website ist die dezente Anwendung von ->Bannerwerbung. Untersuchungen haben gezeigt, dass sie dann am ehesten angeklickt werden wenn
- ihre Werbetexte in Frageform stehen,
- wenn Gratisleistungen versprochen werden,
- wenn die Farbzusammenstellungen stimmt. Die beste Wirkung erzielen Blau, Grün und Gelb, die schlechtesten Wirkungen Rot, Weiß und Schwarz.
- Eine wichtige Form des Internet-Auftritts sind so genannte Portal-Sites (Portal). Diese, auch doorway pages oder entry pages genannte Einrichtung bietet dem Websurfer die Möglichkeit, einmal seine Präferenzen einzustellen. Daraufhin bekommt er eine nach seinen Wünschen dynamisch generierte Webseite präsentiert (Personalisierung). Als Vorteil für den Betreiber lässt sich so ein detailliertes Nutzerprofil des Besuchers erstellen, das für zielgruppengerechte Werbekontakte genutzt werden kann.
Regeln der Ergonomie bei der Gestaltung von Websites
- prägnante Rubrikennamen verwenden,
- Wartezeiten reduzieren,
- Links verständlich gestalten,
- ausreichend große Schriften wählen,
- die Position im Hypertext konstant anzeigen,
- auf Animation und möglichst auch auf Frames, Browser-Fenster und Popup-Windows verzichten.
Autor: Wolfgang Kappeller

